Einschränkungen fossiler Brennstoffe

Was ist dran am Ölheizungsverbot?

(Stand Jänner 2020)

Mit einer Ölheizung setzen Hausbesitzer auf ein bewährtes Heizsystem für viele Generationen. In aktuellen Medienberichten ist dennoch zunehmend von Verboten für Ölheizungen die Rede.  

In der Klima- und Energiestrategie des Bundes wurden erstmals Fristen für den Ausstieg aus dem fossilen Heizöl festgelegt:

  • Verbot des Einbaus von flüssig-fossilen Heizsystemen im Neubau ab spätestens 2020 (Baurecht).
  • "erneuerbaren Gebot”: Beim Ersatz bestehender Ölkessel sollen erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen.
  • Sozial verträglicher Ausstieg aus dem fossilen Ölheizungsbestand ab spätestens 2025, beginnend mit Kesseln, die älter als 25 Jahre sind.

Im Integrierten nationalen Energie- und Klimaplan für Österreich, der der Europäischen Kommission übermittelt wurde, wurden für die Periode 2021-2030 folgende Zielwerte und Maßnahmen festgelegt:

  • Sektor Gebäude: Reduzierung der Treibhausgase um 3 Mio.t. CO2-e gegenüber 2016
  • Bis 2030 Halbierung der 700 000 Ölheizungen durch Ersatz innovativer Energiesysteme auf Basis erneuerbarer Energie bzw. durch effiziente Fernwärme
  • Ab 2021 „Erneuerbaren Gebot“: Austausch nur noch auf Heizsysteme auf Basis hocheffizienter alternativer Energiesysteme. Nur in begründeten Ausnahmen soll ein Abweichen von diesem Gebot möglich sein.
  • Ab 2025 Umstieg von über 25 Jahre alten, bestehenden fossil-flüssig betriebenen Heizkesseln auf Erneuerbare Systeme oder Fernwärme
  • Bis 2040 Phase Out von fossilen Öl-Heizsystemen

Im aktuellem Regierungsprogramm 2020-2024 „Aus Verantwortung für Österreich“ wird das Verbot von flüssig-fossilen Heizsystemen diesen Zielen entsprechend festgelegt:

  • Verbot des Einbaus von fossilen Heizsystemen im Neubau ab 2020
  • Bei Austausch bestehender fossiler Heizsysteme sollen ab 2021 erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen.
  • Ausstieg aus dem fossilen Ölheizungsbestand ab 2025 mit Kesseln älter als 25 Jahren

Die in den genannten Strategien und Programmen festgelegten Ausstiegsfristen müssen erst von den Ländern in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen umgesetzt werden. Inhalte und Fristen können daher zwischen den Bundesländern divergieren. 

 

Aktuell wurden von Bund und Länder folgende Einschränkungen fossiler Brennstoffe bereits umgesetzt:

Ölkesseleinbauverbotsgesetz des Bundes
Die Aufstellung und der Einbau von Heizkesseln von Zentralheizungsanlagen für flüssige fossile oder für feste fossile Brennstoffe in neu errichteten Gebäuden ab 1.1.2020 sind unzulässig.

Wiener Bauordnung
In Neubauten sowie bei Änderungen und Instandsetzungen von mindestens 25 vH der Oberfläche der Gebäudehülle von Gebäuden (größere Renovierungen) ist seit 21.3.2019 die Errichtung von Wärmebereitstellungsanlagen für feste und flüssige fossile Energieträger nicht zulässig, eine bestehende Heizungsanlage muss aber nicht entfernt werden.
Nicht erfasst ist jedenfalls damit eine bloße Sanierung, Instandsetzung oder Abänderung der bestehenden Heizungsanlage.

NÖ Bauordnung
Die Aufstellung und der Einbau von Heizkesseln von Zentralheizungsanlagen für flüssige fossile oder für feste fossile Brennstoffe ist in neu bewilligten Gebäuden ab 1.1.2019 verboten.

Für die Abänderung von Bauwerken (Umbauten) und für Zubauten zu bestehenden Gebäuden gilt diese Regelung jedoch nicht. Diese Bauwerke dürfen nach wie vor z.B. mit Öl-Heizkesseln beheizt werden. Ebenso ausgenommen vom Verbot sind der Kesseltausch und die Erweiterung eines bestehenden, genehmigten Heizkessels in bestehenden, umgebauten oder vergrößerten Gebäuden. Neue Gebäude, die an eine Heizungsanlage mit Heizkessel angeschlossen werden, welche sich bereits in einem bestehenden (benachbarten) Gebäude befindet, sind von diesem Verbot nicht betroffen, selbst dann nicht, wenn damit eine Neudimensionierung des Heizkessels verbunden ist.

Bgld Heizungs- und Klimaanlagengesetz
Die Aufstellung und der Einbau von Heizkesseln von Zentralheizgeräten für flüssige fossile oder fossile feste Brennstoffe ist in neu bewilligten Gebäuden ab 1.1.2020 verboten. Für Um- und Zubauten gilt das unter NÖ gesagte.

OÖ Luftreinhalte und Energietechnikgesetz
Ab 1. September 2019 dürfen in Oberösterreich Feuerstätten für flüssige fossile und/oder feste fossile Brennstoffe im Neubau nicht mehr errichtet werden. Vom Verbot ausgenommen sind Um- und Zubauten von bestehenden Gebäuden sowie der Tausch von bestehenden Feuerstätten.

Tiroler Gas-, Heizungs- und Klimaanlagenverordnung-Entwurf, derzeit bei der EK zur Notifizierung
Beim Neubau und bei größeren Renovierungen ist die Verwendung von festen fossilen Brennstoffen und von flüssigen fossilen Brennstoffen in Zentralheizungsanlagen nicht zulässig.

Steiermärkisches Baugesetz – Entwurf, derzeit bei der EK zur Notifizierung
Bei Neubauten sowie bei Gebäuden, die durch Nutzungsänderung konditioniert werden, ist die Neuerrichtung von Feuerungsanlagen für flüssige fossile und feste fossile Brennstoffe sowie für fossiles Flüssiggas unzulässig.

Bestehende Ölheizungen und Heizkesseltausch
Bestehende Ölheizungen sind weiterhin in allen Bundesländern erlaubt, der Heizkesseltausch ist im Rahmen einer größeren Renovierung in manchen Bundesländern Einschränkungen unterworfen. 

Das Gebot, dass flüssig fossile Öl-Heizsysteme ab 2021 nur noch auf Heizsysteme auf Basis hocheffizienter alternativer Energiesysteme ausgetauscht werden dürfen, harrt noch der Umsetzung durch die Länder. Jedenfalls soll in begründeten Ausnahmen ein Abweichen von diesem Gebot ermöglicht werden.

Zu den Ölheizungsbeschränkungen in Österreich sowie zu den Klima- und Energiestrategien Bund-Länder

Flüssig bleiben – nachhaltig werden!

Der Betrieb einer Heizanlage mit alternativen, flüssigen Brennstoffen ist jederzeit gestattet – im Bestand und im Neubau.

Auch in Zukunft werden flüssige Brennstoffe eine große Rolle in der Energieversorgung spielen. „Die gesamte Branche bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und zu der in der österreichischen Klima- und Energiestrategie #mission2030 vorgesehenen Forcierung von Energieeffizienz“, sagt Martin Reichard, Geschäftsführer vom Institut für Wärme und Öltechnik (IWO). Um Heizungen zukunftsfit zu machen, wird intensiv an der Herstellung von technologieneutralen, alternativen und klimafreundlichen Flüssig-Brennstoffen geforscht.