IWO-Symposium 2015

Das heurige IWO Symposium stand ganz im Zeichen der europäischen Energiepolitik – gemeinsam mit Experten haben wir Vorhaben, Visionen und möglichen Auswirkungen erörtert. Unter der Moderation von Dr. Peter Pelinka diskutierten Vertreter aus der Europäischen Kommission, der Energieforschung und dem Handel wichtige Fragen rund um eine Energie Union.

Zusammenfassung der Expertenstatements

Lukas Wernert von der Europäischen Kommission – Generaldirektion Energie stellte in seinem Beitrag die grundsätzlichen Ziele, Dimensionen und Maßnahmen der Energie Union vor. Dabei wies er auch darauf hin, dass im Bereich Gebäude ein großes Potenzial für Effizienzmaßnahmen bestehe. Die Bedeutung von bestehenden Gebäuden unterstrich auch Christoph Weber, Inhaber des Lehrstuhls für Energiewirtschaft an der Universität Duisburg Essen: Denn um Energieeffizienzziele im Bezug auf Raumwärme zu erreichen, müsse bereits vorhandener Gebäudebestand miteinbezogen werden. Eine Orientierung auf Neubauten werde nicht ausreichen, um Effizienzziele zu erreichen.

Als Vertreter des Energiehandels brachte Alexander Gutmann, Prokurist der Gutmann GmbH, seine Bedenken ein, die er aus seinen praktischen Erfahrungen vor allem im Umgang mit Endkunden ableitet. Gerhard Marterbauer, Leiter der Industry Line Energy & Ressources bei Deloitte. Er wies darf hin, dass die nationale Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes in Österreich den Energiehandel vor große Herausforderungen stellten.

Weitgehend einig waren sich die Gäste am Podium bezüglich steigender Kosten für Endverbraucher und der daraus resultierenden Energiearmut, wenn Effizienz- und Klimaziele konsequent verfolgt werden. Josef Plank, Obmann des österreichischen Biomasseverbands, betonte die Wichtigkeit des verstärkten Einsatzes von erneuerbarer Energie und der Reduktion von C02-Emissionen, um die Klimaerwärmung auf ein erträgliches Maß einzuschränken. Dennoch wies er darauf hin, dass die Energiewende eine echte Herausforderung für sozial Schwache darstellen könne. Hier brauche es ganz klar mehr Kreativität, um diesen Problemen Lösungen entgegenzustellen. Professor Weber brachte seine Beobachtungen aus Deutschland ein, wo die Endkundenpreise in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen sind – das deutsche Modell sei also kein Exportschlager.