Die Zukunft der Energieversorgung

Zum Erreichen der Pariser Klimaziele müssen die EU-Staaten ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um zumindest 80 Prozent senken. Mit Energieeffizienzmaßnahmen, dem Einsatz von Hybrid-Heizsystemen und erneuerbaren Brennstoffen kann das gelingen. Der Bedarf an fossilen Energieträgern für die Wärmeerzeugung wird deutlich sinken. Dennoch wird Heizöl, gerade in dieser Übergangszeit, weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Die Zukunft der Energieversorgung wird in großem Maße von den Zielen der Pariser UN-Klimakonferenz geleitet. Bis zum Jahr 2050 soll die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau maximal 1,5°C betragen. Um dieses ambitionierte Vorhaben umsetzen zu können, bedarf es einer grundlegenden Änderung unserer heutigen Energieversorgung. Vor allem die Treibhausgasemissionen müssten zwischen 80 und 95 Prozent sinken. In Zusammenarbeit mit dem  IWO Deutschland wurde ein Modell entwickelt, wie der Übergang in eine emissionsarme Zukunft im Bereich der Raumwärmeerzeugung aussehen könnte und welche Rolle flüssige Brennstoffe dabei spielen. Dieses Zukunftszenario ist nicht nur ein Plan für Deutschland, sondern auch ein Wegweiser für den österreichischen Energiemarkt.

Effizienz-Dekade

Zurzeit liegt das Hauptaugenmerk bei der Reduzierung der Emissionen bei Energieeffizienmaßnahmen. Viele Besitzer von, vor den 1990er-Jahren errichteten,  Einfamilienhäusern, tauschen die, in die Jahre gekommene, Ölheizung gegen ein neues Öl-Brennwertgerät. Damit sparen sie bis zu 40 Prozent ihres Heizölbedarfs und tragen wesentlich zur Senkung der Emissionen bei. In Sachen Kosten ist das die klügste Maßnahme zum Klimaschutz. Der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern zur Wärmeerzeugung kann da nicht mithalten. Ein Grund dafür ist, dass die Technologien noch nicht ausgereift genug sind, Speicher und Netze fehlen.

Hybrid-Dekade

Viele Häuslbauer setzen schon jetzt auf solide Wärmedämmung und Hybridheizungen. Sie kombinieren beispielsweise die Vorteile erneuerbarer Energieträger, wie der Sonnenenergie, mit der Versorgungssicherheit einer Ölheizung. Neue Technologien wie Power to Heat, also die Erzeugung von Wärme unter dem Einsatz von Strom, werden einen wichtigen Beitrag zur Emissionsreduzierung leisten. Auf fossile Brennstoffe wie Heizöl wird man aufgrund der mangelnden Versorgungssicherheit durch Erneuerbare weiterhin nicht verzichten können.

Brennstoff-Dekade

In der letzten der drei Dekaden, in der noch gut 30 bis 40 Prozent des derzeitigen Energiebedarfes durch fossile Energieträger gedeckt werden, geht das Szenario davon aus, dass das fossile Heizöl durch andere flüssige Energieträger ersetzt wird, die so hergestellt werden, dass die Verbrennung kaum Treibhausgasemissionen verursacht. Beispielweise hat hydriertes Pflanzenöl (HVO, Hydrotreated Vegetable Oil) aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften das Potenzial, das Angebot an fossilen und biogenen Brennstoffen im Raumwärmemarkt künftig zu ergänzen und den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu verringern. Erneuerbare Brennstoffe, die die Verbraucher, so wie jetzt beim Heizöl, zuhause in Tanks lagern können und für die nötige Versorgungssicherheit sorgen, könnten zukünftig einen Teil zum Energie-Mixes beitragen.

Auch in der Zukunft können daher die vorhandenen Heizkessel einfach weiterverwendet werden. Eine teure Umrüstung auf ein anderes Heizsystem ist damit nicht notwendig.