OPEC entscheidet über Drosselung der Ölförderung

Ende September gab der iranische Ölminister Bijan Sanganeh bekannt, die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) habe sich nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen auf Maßnahmen zur Marktstabilisierung verständigt: Die Produktion soll den Plänen des Ölkartells zufolge auf 32,5 Barrel pro Tag zurückgehen. Die Senkung um rund 750.000 Barrel wäre die stärkste seit der Finanzkrise 2008. Der Ölpreis ging nach der Ankündigung gleich rasant noch oben – ganz nach der Vorstellung der OPEC-Staaten.

Seit acht Jahren haben die OPEC-Staaten zum ersten Mal eine Drosselung ihrer Fördermengen in Aussicht gestellt. In den Treffen zuvor kam es nie zu einer Einigung der Staaten. Der Iran wollte stets seine Förderung erhöhen, Saudi-Arabien, Russland und Venezuela hingegen brauchen dringend einen höheren Ölpreis, um ihre Staatshaushalte zu entlasten, die zu großen Teilen auf die Öleinnahmen angewiesen sind.

Nicht alle Staaten ziehen mit

Entgegen der Ankündigung der OPEC, die Ölförderung zu drosseln, plant der Iran, seine Produktion im nächsten halben Jahr von 3,8 auf 4,0 Millionen Barrel am Tag zu erhöhen. Auch Libyen und Nigeria wollen ihre Fördermenge steigern. Russland will die eigene Förderung zumindest nicht zurückfahren. Damit die Ölförderung gedrosselt wird, müssten andere Staaten deutlich stärker kürzen – also vor allem Saudi-Arabien.

Zudem geht der Trend bei der Ölförderung seit Jahren in eine andere Richtung: In den letzten zweieinhalb Jahren stieg die Summe der geförderten Ölmenge von knapp 30 Millionen auf mehr als 33 Millionen Barral am Tag. Am 30. November will die OPEC bei einem Treffen in Wien bekanntgeben, wie die Reduzierung der Förderung auf die einzelnen Staaten verteilt werden soll.