EU-Energielabel für Heizkessel ab 2015

Allgemeines zur ErP-Richtlinie

Die ErP-Richtlinie (2009/125/EC) bildet den Rahmen für produktspezifische Verordnungen für energieverbrauchsrelevante Produkte. Sie ist sowohl für Hersteller als auch für Importeure im EU-Raum relevant. Im Interesse der nachhaltigen Entwicklung sollen die Produkte, die gleiche Funktionen bei unterschiedlichen Energieverbrauchszahlen erbringen, laufend einer Minderung ihrer Umweltauswirkungen unterzogen werden. Ein effizienter Energieeinsatz energiebetriebener Produkte ist die kostengünstigste Art, neben der Reduktion von Umweltauswirkungen auch die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Abhängigkeit von Einfuhren zu verringern.

Mit einem sogenannten Energielabel wird die Energieeffizienz von energieverbrauchsrelevanten Produkten (z. B.: Heizkessel) ausgewiesen. Verbraucher sollen damit die effizienteste Technik für ihren Bedarf, basierend auf einem einzigen Energielabel, auswählen können. Das Energielabel informiert mit Hilfe einer Farbskala von Grün bis Rot und der Angabe der Effizienzklasse über den Energieverbrauch der Produkte.

Labelling für Heizkessel

Nach langen und intensiven Diskussionen mit den Marktbeteiligten, in die auch IWO und EUROFUEL maßgeblich eingebunden waren, hat die Europäische Kommission im Februar 2013 eine Kommissionsverordnung auf den Weg gebracht, die ab 2015 auch für Heizkessel ein Energielabel vorschreibt.

Die Verordnung wurde als sog. delegierter Rechtsakt auf der Grundlage von Art. 10 Richtlinie 2010/30/EU erlassen und regelt die Einzelheiten der Energiekennzeichnung von Heizkessel. Sie ist für Hersteller/Lieferanten von Heizkessel verbindlich und muss nicht erst in österreichisches Recht umgesetzt werden.

Ab 2015 müssen Hersteller/Lieferanten, die Heizkessel, Kombi-Heizkessel und Wärmepumpen mit einer Nennleistung bis 70 kW auf den Markt bringen, Energielabels und Datenblätter gemäß der delegierten Verordnung mitliefern.

Es liegt in der Verantwortung der Hersteller/Lieferanten, den Energieverbrauch ihrer Geräte zu messen und auf dieser Grundlage das Energielabel sowie das Datenblatt zu erstellen. Die Kommission beschränkt sich lediglich darauf, die Regeln für die Kalkulation festzulegen. Eine behördliche oder von einer unabhängigen Prüfstelle durchzuführende Prüfung vor Inverkehrbringen der Geräte ist – wie bei anderen Haushaltsgeräten – nicht vorgesehen. Die zuständigen Marktüberwachungsbehörden der Mitgliedstaaten dürfen jedoch die Einhaltung der einschlägigen Anforderungen kontrollieren und nicht-konforme Produkte ggf. sogar vom Markt nehmen.

Das Energielabel orientiert sich dabei am bekannten Design für Haushaltsgeräte: es enthält eine Reihe von Kerninformationen einschließlich einer Energieeffizienzskala mit Angabe der jeweiligen Effizienzklasse des Produktes. Unterschiede gibt es aber zwischen den jeweiligen Heizungstechnologien.

EU-Energielabel Heizkessel

Ab 2015 wird es ein einheitliches Energieverbrauchs-Label für Heizkessel und Warmwasserbereiter bis 70 kW geben. Das neue EU-Label teilt die Geräte in unterschiedliche Energieeffizienzklassen ein, denen bestimmte Farbbalken zugeordnet sind. Die Farbbalken reichen von Grün (höchste Energieeffizienzklasse) bis Rot (niedrigste Energieeffizienzklasse) und sollen dem Verbraucher beim Gerätekauf eine Orientierung zur Energieeffizienz eines Produkts bieten.

Auswirkungen auf Ölheizkessel

Als Erfolg der IWO-Teilnahme am EU-Diskussionsprozess kann ein Einstufungssprung der Ölheizung vom ursprünglich bestenfalls erreichbaren Label „D“ (!) auf Label „A“ gewertet werden. Somit kann für die effizientesten Öl-Brennwertgeräte nun das „A“ Label (Beginn der grünen Effizienz-Balken) erreicht werden.

2019 wird das Labelling geschärft, was dazu führt, dass die unterste, schlechteste, Stufe der Treppe wegfällt und dafür eine neue Stufe oben aufgesetzt wird: A+++.

Öl-Brennwertkessel rutschen dadurch automatisch auf die dritte oder vierte Stufe, die dann aber nicht mehr als grüner Balken sondern als gelber Balken im Label dargestellt wird.

Hersteller/Lieferanten können aber für gesamte Pakete (z.B.: Öl-Brennwert + Solar) auch ein sogenanntes „Package-Label“ vergeben, um eine bessere Einstufung im Labelling zu erreichen.

Ökodesign-Richtlinie

Parallel zur ErP-Richtlinie liegt dem Europäischen Parlament und dem Rat auch eine Verordnung zu den Ökodesign-Anforderungen an Heizkessel zur Prüfung vor. Ökodesign setzt anders als die Energiekennzeichnung nicht beim Verbraucher an. Vielmehr zielt sie darauf ab, den umweltschädlichsten Produkten bereits den Marktzugang zu verwehren, indem sie verbindliche Mindestanforderungen für die Energieeffizienz festlegt. Dies betrifft sowohl Heizkessel und Kombi-Heizkessel als auch Wärmepumpen mit einer Nennleistung bis 400 kW. Halten diese Produktgruppen die Mindestanforderungen nicht ein, dürfen sie nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Zusammen mit dem neuen Label soll die Verordnung zur Erreichung der Klimaschutz- und Energieeffizienzziele der Europäischen Union beitragen. Aller Voraussicht nach wird sie im Herbst 2013 in Kraft treten. Die Ökodesign-Anforderungen werden dann ab 2015 gelten.