Ölheizungs-Aus wäre Belastungspaket für Hauseigentümer

Ölheizungs-Aus ist Belastungspaket für Hauseigentümer

Das Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) nimmt Stellung zum Entwurf der Energie- und Klimastrategie, der am 03.04.2018 von der aktuellen Bundesregierung präsentiert wurde. Diese sieht einen Ausstieg der Ölheizungen im Neubau ab 2020, sowie einen Ausstieg aus dem Ölheizungsbestand ab spätestens 2025 - beginnend mit Kesseln, die älter als 25 Jahre sind – vor.

Das IWO plädiert für Technologieoffenheit und einen ausbalancierten Energiemix bestehend aus leitungs- und nicht leitungsgebundenenEnergieträgern. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Raumwärmeerzeugung für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Überzogene Forderungen nach einem rasanten Anstieg des Anteils erneuerbarer Energie am Energieverbrauch können kontraproduktiv wirken, da vorhandenes Effizienzsteigerungspotential ungenutzt bleibt. Die Erreichung der Klimaziele kann nur im Zusammenhang mit Energieeinsparung erfolgen – die Setzung effizienter Maßnahmen sollte oberstes Gebot sein.

Wie nun der stufenweise Ausstieg genau erfolgen soll und woher die budgetären Ressourcen für dieses ambitionierte Vorhaben kommen sollen, ist noch nicht definiert. Auch nicht, durch welche alternativen Energiequellen der Energiebedarf künftig gedeckt werden kann.

Ölheizungsbesitzer in Österreich
Der flüssige Energieträger Heizöl spielt aufgrund seiner hohen Energiedichte und guten Speicherbarkeit sowie seiner flexiblen Verfügbarkeit eine zentrale Rolle am Wärmemarkt. Dabei gilt es vor allem wirtschaftliche, energieeffiziente und topographische Aspekte zu berücksichtigen. In Österreich heizen knapp 700.000 Haushalte mit Öl. In den westlichen und ländlichen Regionen Österreichs sogar jeder zweite Haushalt.

Keine Verbote zukunftsfähiger Technologien
Ein Ausstieg aus der Ölheizung verhindert die Weiterentwicklung von Heizungssystemen, die mit alternativen, erneuerbaren und CO2-freien flüssigen Brennstoffen betrieben werden könnten. Unsere Gesellschaft ist in der Lage, auch ohne enges rechtliches Korsett, Lösungen für die Herausforderungen des Alltags zu finden. 

Konsequenzen eines Ölheizungs-Aus
Durch den Entfall der Einnahmen aus der Mineralölsteuer muss der Staat andere Einnahmequellen erschließen, was zu einer starken Erhöhung der Kosten für mögliche alternative Energieformen führen könnte, die der Konsument zu tragen hat. Dazu kommt noch, dass die meisten alternativen Energieträger entweder technisch oder preislich noch keine Marktreife besitzen und ohne hohe Förderungen durch den Staat (Ökostromförderungen, Landesförderungen, Biogasförderungen, ..) nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass die Verfügbarkeit der enormen zusätzlichen Mengen an Biomasse und Strom, für den Ersatz von Heizöl, schlicht nicht vorhanden sind und sich ein Kapazitätsausbau negativ auf Energiekosten und den Umweltschutz (Feinstaub, Atomstrom) auswirkt. 

Um Heizöl (rund 38,6 Millionen GJ pro Jahr) vollständig durch andere Energieträger zu ersetzen, würde das für diese Folgendes bedeuten:

èVerachtfachung der Pelletsproduktion (+750%)
oder
èVersiebenfachung der Hackschnitzelproduktion (+693%)
oder
è64% Steigerung der Stromproduktion (das entspricht zehn neuen Kraftwerken Freudenau). 

Wenn man bedenkt, dass jetzt schon große Mengen an Holz und Strom nach Österreich importiert werden und wir jeden Winter erneut mit einer zu hohen Feinstaubbelastung konfrontiert sind, kann ein kompletter Umstieg auf Biomasse oder Wärmepumpen nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Nicht zuletzt würden Ölheizungsbesitzer mit Umrüstungskosten von jeweils rund 20.000,- und somit in Summe in Höhe von 14 Milliarden Euro konfrontiert werden. Das wäre das größte Belastungspaket für Hauseigentümer in der Geschichte!