Das Ölheizungsverbot in NÖ

Was ändert sich?

Die gute Nachricht zuerst: Das Ölheizungsverbot in Niederösterreich trifft nur wenige Leute. Denn das Verbot, das am 1.1.2019 in Kraft tritt, betrifft nur Heizungen in Neubauten. Da Häuser heutzutage viel besser gedämmt werden als noch vor wenigen Jahren, wird eine Heizungsart wie die Ölheizung, die auch an sehr kalten Tagen in einem schlecht gedämmten Haus günstige und effiziente Wärme spendet, nicht mehr oft eingesetzt.

Die schlechte Nachricht folgt sogleich: Gerade aber Hauseigentümer von Gebäuden in entlegenen Gebieten und bei Fällen erhöhten Energiebedarfs wird die Regierung in Sankt Pölten mit dieser Gesetzesänderung sehr schaden. Jene Häuslbauer, die bereits eine Ölheizung angedacht haben, müssen jetzt umplanen und mit weiteren Kosten rechnen.

Was bedeutet das Verbot für Besitzer einer Ölheizung?

Besitzer von Gebäuden mit bestehender Ölheizung dürfen weiter wie bisher mit Heizöl heizen. Auch der Umstieg auf ein hocheffizientes Öl-Brennwertgerät in Niederösterreich bleibt weiterhin erlaubt. Mit der Erneuerung des alten Kessels kann man den Heizölverbrauch um bis zu 40 Prozent senken. Als Faustregel gilt: Je älter die Heizung, desto höher die Einsparung. Die Förderinitiative Heizen mit Öl unterstützt den Ölkesseltausch im Einfamilienhaus aktuell mit 2.500 Euro.

Und wie ist das, wenn man in einem bestehenden Gebäude eine neue Ölheizung einbauen will?

Auch das ist weiterhin möglich. Zu beachten ist dabei jedoch: Nur der Kesseltausch kann gefördert werden.

Welche Auswirkungen sind zu erwarten?

Zum Klimaschutz wird die Maßnahme nicht beitragen. Der Eingriff in die Heizungswahl beeinflusst jedoch den Wettbewerb: Andere Energieträger werden bevorzugt und könnten in Zukunft deutlich teurer werden. Wenn Häuslbauer in entlegenen Gebieten um die Wahlmöglichkeit zwischen Heizöl und Festbrennstoffen beraubt werden, werden letztere womöglich bald kosteninstensiver.

Muss man sich diese Bevormundung seitens der Politik gefallen lassen?

Nein, mit Sicherheit nicht. Im Frühjahr hatten die Österreicher die Möglichkeit, ihren Unmut über die Gesetzesänderungen kund zu tun – mit ihrer Unterschrift für die Aktion Freiheit für unsere Wärme. Mehr als 15.000 Personen unterstützen die Petition gegen Zwang bei der Heizungswahl. Das zeigt die Empörung der Bevölkerung gegenüber der Bevormundungspolitik der Landesregierung in Sankt Pölten. Kritik am Gesetz gibt es jedoch auch von politischer Seite.